Luft- oder Etagenzwiebel

Die Etagenzwiebel (Allium proliferum), auch Luft­zwiebel oder Johanniszwiebel genannt, ist ein echtes „Unikum" unter den Zwiebeln. Ihren Namen verdankt die Pflanze ihrem bizarren Wuchsverhalten: Sie bildet an ihren Stängelenden ein Nest von 6 bis 8 Brutzwiebeln, die wiederum bald austreiben, eine zweite Etage von Luftzwiebeln hervorbringen, auf die schließlich noch eine dritte Etage von Zwiebeln folgt. Anders als bei ihren Verwandten (Küchenzwiebel, Knoblauch und Schalotte), deren Zwiebeln als unterirdische Überdauerungs- und Speicherorgane dienen, sind die Brat- oder Luftzwiebeln der Etagenzwiebel oberirdisch wachsende Vermehrungsorgane.

Kultur und Pflege

Etagenzwiebeln sind mehrjährig, frosthart und bleiben das ganze Jahr über im Beet. Sie lassen sich nur vegetativ vermehren. Also einfach einige Luftzwiebeln („Bulbillen") zum Stecken zurück behalten. Der beste Zeitpunkt dafür ist der August. Ältere Bestände sollten alle 4 Jahre verjüngt werden. Teilweise macht das die Pflanze auch ganz von selbst, indem sich einzelne Stängel durch das Gewicht der Zwiebelnester zum Boden neigen und dort Wurzeln schlagen.

Etagenzwiebeln wachsen auf sonnig bis halbschattigen Standorten. Die Wuchshöhe reicht je nach Bodenart von 60 bis 120 cm. Auf sandigen Böden bleiben die Pflanzen insgesamt kleiner.

Etagenzwiebeln treiben verhältnismäßig früh im Jahr aus, so dass man im April frische Schlotten ernten kann. Eine Beerntung ist während des ganzen Sommers möglich.

Etagenzwiebeln sind robus­ter als gewöhnliche Küchenzwiebeln. Lediglich der Befall mit der Zwiebelfliege kann in einem Bestand größeren Schaden anrichten, da die befallenen Schlotten durch das Gewicht der daran hängenden Bratzwiebeln eher umfallen.

Verwendung

Die Etagenzwiebel wird als Kreuzung zwischen der gewöhnlichen Küchenzwiebel und der Winterheckenzwiebel (Lauchzwiebel) angesehen. In der Naturheilkunde gelten Zwiebeln allgemein als Appetit anregendes Gemüse, das zudem verdauungsfördernde Wirkung hat.

Die kleinen Zwiebeln kön­nen roh gegessen werden, ge­braten passen sie sehr gut zu Fleisch und Fisch oder man nimmt sie zum Würzen von Speisen. Das junge Laub eignet sich ebenfalls als Suppen- oder Salatgewürz. Wer gern sauer eingelegtes Gemüse mag, kann die Luftzwiebelchen zusammen mit anderen Gemüsearten einmachen.

Rezept: Etagenzwiebeln süß-sauer

1 kg Kürbis (Art je nach Belieben) 20 bis 25 Etagenzwiebelchen, 200 ml Apfelessig, 200 g Wasser, 100 g Honig, 1 Zimtstange,

1 TL Koriander, grob zerstoßen 1/4 TL Cayennepfeffer

2 Nelken

5 Kardamomkapseln, 1 EL frisch geriebener Ingwer, 1 Lorbeerblatt, 100 g Rosinen, 1/2 TL Salz

Bezugsquelle:

Dreschflegel, Postfach 1213, 37202 Witzenhausen, Tel. 05542-502744, dreschflegel@biologische-saaten.de